PrimaKlassenKlima-Broschüre mit lernbegleitenden Unterlagen für gesunde Raumluft und Wohlbefinden in Schulen und Kindergärten.

Auch in Schweizer Klassenzimmern herrscht häufig „dicke Luft“. Aktuelle Untersuchungen zeigen deutlich, dass die Raumluftqualität in vielen Schulen nicht den empfohlenen Standards entspricht. Eine Studie der TU Graz, Österreich im Auftrag des Bildungsministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass in mehr als drei Vierteln der untersuchten Klassenräume der CO₂-Richtwert überschritten wird – im Winter sogar in rund 88 % der etwa 1.200 analysierten Klassen – Ergebnisse die auch in Deutschland ihren Vergleich finden?

CO₂ entsteht dabei nicht nur durch die Anwesenheit vieler Schülerinnen und Schüler, sondern wirkt sich direkt auf das Raumklima aus. Fachlich betrachtet trägt ein erhöhter CO₂-Gehalt in Innenräumen auch zur gefühlten „Hitze“ bei, da er mit schlechter Luftzirkulation und unzureichendem Luftaustausch einhergeht und damit die thermische Behaglichkeit negativ beeinflusst.

Bereits im Jahr 2012 hatte MeineRaumluft eigenständig Raumluftmessungen in über 1.100 Klassenzimmern durchgeführt. Die aktuellen Studien bestätigen die damaligen Erkenntnisse: In vielen Klassenräumen liegen die Werte dauerhaft über den empfohlenen Grenz- bzw. Richtwerten – mit spürbaren Auswirkungen auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.

Neue Schulbroschüre „PrimaKlassenKlima“

Als Reaktion auf diese Entwicklungen veröffentlicht die Plattform erstmals für DACH die Raumluft-Schulbroschüre „PrimaKlassenKlima“. Sie bietet praxisnahe Empfehlungen sowie einen kompakten Leitfaden zur einfachen und kostengünstigen Verbesserung der Raumluft in Schulen.

Die Broschüre kann auch als begleitendes Unterrichtsmaterial eingesetzt werden und unterstützt Lehrkräfte dabei, das Thema Raumklima verständlich und praxisorientiert im Unterricht zu behandeln.

👉 Schulbroschüre „PrimaKlassenKlima“: kostenloser Download (PDF)

Luftqualität, Temperatur und Feuchtigkeit im Klassenzimmer

Neben der CO₂-Belastung spielen auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit eine zentrale Rolle für ein gesundes Lernumfeld. Viele Klassenräume sind entweder zu warm, zu trocken oder durch unzureichende Lüftung stickig.

„CO₂-Sensoren, klare Lüftungsstrategien und einfache organisatorische Maßnahmen können die Luftqualität sofort verbessern und den Unterricht deutlich erleichtern“, erklärt Plattform-Mitgründer Thomas Schlatte. Die vorliegenden Studien zeigen klar, dass Handlungsbedarf besteht – von durchdachten Lüftungskonzepten über raumlufttechnische Anlagen bis hin zu Schulungen für Lehrkräfte und begleitenden Bildungsinitiativen.

Stellungnahme von MeineRaumluft

Plattformgründer und Sprecher Peter Skala betont: „Es bringt wenig, Schulen oder Politik zu kritisieren, ohne praktikable Lösungen anzubieten. Genau hier setzt unsere Broschüre an.“

Aufruf zur Zusammenarbeit

MeineRaumluft lädt Bildungseinrichtungen, Wirtschaft und Politik ein, gemeinsam tragfähige und leistbare Lösungen für bessere Raumluft in Schulen zu entwickeln. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass gesundes Lernen in allen Klassenräumen möglich wird.

Unabhängige Initiative

Die Broschüre wurde vollständig ohne öffentliche Fördermittel und ausschließlich durch Eigeninitiative der Plattform erstellt. Sie verfolgt das Ziel, Schulen praxisnah zu unterstützen und gleichzeitig das Bewusstsein für gesundes Raumklima nachhaltig zu stärken.

BAG veröffentlicht neue Informationen zu Schadstoffen in Innenräumen

Trockene Raumluft – Belastung für Haut und Gesundheit

Trockene Raumluft ist in der kalten Jahreszeit ein häufig unterschätztes Problem. In vielen Wohn- und Bürosräumen fällt die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 30 %, teilweise sogar unter 20 %. Die Kombination aus kalter Außenluft, die beim Lüften in die Räume gelangt, und warmer Heizungsluft verstärkt die Trockenheit zusätzlich.

Baustoffe und Wandmaterialien ohne Feuchte- und Temperaturpuffer verstärken den Feuchtigkeitsverlust in Räumen. Das wirkt sich nicht nur auf Atemwege, Schleimhäute und Augen aus, sondern auch auf die Haut: Sie wird spröde, trocken und rissig. Quälender Juckreiz oder verschlechterte Hautzustände bei Ekzemen können die Folge sein. Zudem erhöht trockene Luft die Staubbelastung und die Überlebensfähigkeit von infektiösen Viren in der Luft.


Prof. Dr. Robert Löwe: Hautgesundheit im Winter – Schrumpelig wie ein Apfel

Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit verliert die Haut Feuchtigkeit, wird spröde, rissig und kann jucken – ähnlich wie die Oberfläche eines zu trocken gelagerten Apfels. Prof. Dr. Robert Löwe, Oberarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien, empfiehlt eine relative Luftfeuchtigkeit von 40–60 %. Darunter leiden Haut und Schleimhäute deutlich, bestehende Hautprobleme wie Ekzeme oder trockene Lippen verschlimmern sich, und die Haut wird empfindlicher gegenüber belastenden Einflüssen.


Tipps für gesunde Raumluft und Haut in der Heizsaison

Richtig lüften: Kurz und intensiv lüften, statt dauerhaft gekippter Fenster. Ein kompletter Luftaustausch alle Stunde ist effektiver und energieschonender.

Luftfeuchtigkeit erhöhen: Pflanzen aufstellen, feuchte Wäsche in der Wohnung trocknen, Badezimmer regelmäßig entlüften oder Luftbefeuchter verwenden. Hygienisch arbeiten und Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer überwachen.

Bauweise beachten: Beim Neubau oder bei Renovierungen auf wärme- und feuchtigkeitsregulierende Materialien setzen, z. B. hochwertige Ziegel, Kalkputze oder diffusionsoffene Farben.

Ernährung und Hydratation: Ausreichend Wasser und Tee trinken, frisches Obst und Gemüse fördern die Hautfeuchtigkeit von innen.

Gemäßigt heizen: Die ideale Temperatur für Wohn- und Büros liegt bei 20–22 °C. Wärmere Kleidung ist besser als überheizte Räume.

Prof. Dr. Robert Loewe, Oberarzt

Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien

Aussenklima beeinflusst auch Innenklima.

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