Dr. Felix Wantke

Fachkommentar von Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke, Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

Hasel und Erle bereits jetzt auf dem Vormarsch

Die letzten Jahre haben es gezeigt: Immer mehr Allergiker leiden fast ohne Pause unter ihrer Pollenallergie. Denn bei milden Wintertemperaturen können beispielsweise Hasel und Erle bereits Beschwerden verursachen. Laut aktuellen Vorhersagen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und dem Pollenwarndienst der MedUni Wien sind sie derzeit auf dem Vormarsch von Westösterreich nach Osten: Ab etwa 5° Grad Celsius fangen sie an zu blühen. Deren Hauptsaison startet normalerweise mit Mitte Februar (Erle: Ende Februar) und geht bis Ende März, sie können aber bereits ab Mitte Dezember bis in den Mai hinein spürbar sein. Ein Pollenkontakt von etwa einer Minute genügt bereits, um Symptome auszulösen.

„Die häufigste allergische Erkrankung ist der Heuschnupfen, welcher während der Pollenzeit, aber auch ganzjährig auftreten kann. Heuschnupfen führt zu deutlicher Verschlechterung der Lebensqualität und kann einerseits saisonal durch Pollen verursacht werden, andererseits ganzjährig durch Allergene wie die Hausstaubmilbe oder die Katze“, führt Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke, Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien, die gesundheitlichen Auswirkungen weiter aus. Und Wantke weiter: „Der allergische Schnupfen ist aber auch ein Risikofaktor, denn 40 % der Patienten entwickeln Asthma bronchiale. Beschwerden von Asthma bronchiale sind pfeifendes Atemgeräusch, Husten in Ruhe, Husten bei Belastung oder bei Kontakt zu kalter Luft. Typisch für Asthma ist anfallsartig auftretende Atemnot.

Die nützlichsten 10 MeineRaumluft-Tipps für den Pollen-Alltag:

Zu wissen, wann welche Pollen unterwegs sind, ist das Eine. Einen Ort zu haben, an dem man frei und unbeschwert durchatmen kann, ist das Andere. „Pollen sind in der Luft und kommen somit auch in die Wohnräume, selbst wenn man Pollengitter benutzt. Die Kleidung vor dem Betreten der Wohnung zu wechseln wäre zwar vernünftig, ist in der Praxis aber schwer durchzuführen, da beim Ausziehen die Pollen wieder in der Luft verteilt werden. Allerdings: Nach dem Heimkommen zu duschen und sich die Haare zu waschen kann helfen und ist für Betroffene zu empfehlen“, weiss Mag. Thomas Schlatte, Sprecher der unabhängigen Plattform „MeineRaumluft“. „Auch die Nase mit Salzwasser zu spülen und sich Hände und Gesicht gründlich zu waschen, kann wahre Wunder bewirken. Einen wirklichen Schutz vor Pollen gibt es im Alltag zwar nicht, jedoch kann man einiges tun, um sich die Winter-Pollenzeit zu erleichtern“, so Schlatte.

Die nützlichsten 10 MeineRaumluft-Tipps für den Pollen-Alltag:

  • Kurz und regelmässig lüften
  • Nassräume ausreichend mit Frischluft versorgen
  • Räume nicht überheizen (maximale Temperatur: 20-22°C)
  • Allergendichte Bezüge verwenden (sogenannte Encasings)
  • Für optimale Luftfeuchtigkeit sorgen (40 – maximal 50 %), ggf. mit einem Luftbefeuchter
  • Raumduftzerstäuber, Duftkerzen, Räucherstäbchen und Ähnliches meiden
  • Pollenschutzgitter – insbesondere am Schlafzimmerfenster – verwenden
  • Schuhe bereits vor dem Betreten der Wohnung ausziehen und vor der Türe stehen lassen
  • „Pollenkontaminierte“ Kleidung umgehend waschen oder luftdicht verpackt aufbewahren
  • Unmittelbar nach dem Nachhause kommen duschen und Haare waschen
Dr. Wantke Felix

Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke

Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien