Raumluft Messkampagne – Zwischenbilanz

Raumluft-Messkampagne
in Schulen zeigt grosse Resonanz. Ab sofort kostenfrei in der ganzen Schweiz!

Hintergrund, Projektidee und Ziele

Das Energiegesetz schreibt im Gebäudebereich eine bestimmte E zienz vor. Diese Vorgabe impliziert eine gewisse Luftdichtigkeit bei der Gebäudehülle. Normen wie die SIA 180 verlangen deshalb ein Lüftungskonzept. Diese Anforderung kann nach Wahl, durch natürliche oder mechanische Lüftung erfüllt werden.

Kohlendioxid (CO2) als Abfall-Produkt des Metabolismus wird mit der Ausatmungsluft an die Raumluft abgegeben, und ist somit ein guter Indikator für „verbrauchte Luft“.

CO2-arme Atemluft ist für die Gesundheit von Lebewesen unabdingbar. In geringer Konzentration ist CO2 für den Menschen ungiftig, kann aber bei erhöhten Werten zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen führen, welches das lernverhalten negativ beein ussen kann.

Im Herbst 2016 hat dazu die Plattform„MeineRaumluft.ch“ zusammen mit dem Zürcher Lehrerverband ZLV und Lunge Zürich, die Raumluft-Messkampagne„Luft zum Lernen“ in Zürcher Schulen gestartet, mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit bei Lehrern und Schülern auf die Notwendigkeit einer gesunden Raumluft in Schulen zu lenken. Hierfür konnten die Lehrerinnen und Lehrer auf der Webseite von MeineRaumluft. ch die Messgeräte bestellen, welche dann die Lunge Zürich per Post kostenlos an die Schulklasse sendete.

Stündlich trugen die Schüler drei Messwerte über eine Woche lang in das mitgelieferte Messprotokoll ein. Zum einen wurden die Raumlufttemperatur und die relative Luftfeuchte aufgeschrieben und zum anderen den häu g unterschätzten CO2-Gehalt der Raumluft.

Somit konnten die Schüler die Abhängigkeit dieser Werte von der Raumbelegung und von ihrem Lüftungsverhalten beobachten. Nach einer Woche wurden das Messgerät und die Messblätter an die Lunge Zürich retourniert, welche anschliessend von Studenten ausgewertet wurden.

Ergebnisse über 100 Schulen zusammengefasst

Erfreulich war, dass die CO2-Anzeige des Messgerätes das Lüftungsverhalten der Lehrer/Lehrerinnen/ Schüler, schnell beein usste, welche somit bei Überschreiten der 1000 ppm CO2 bereits die Fenster zum Lüften ö neten, welches ein rasches sinken des CO2-Wertes zur Folge hatte und die notierten Messresultate am Ende der Lektion sehr positiv beein usste. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die CO2-Werte normalerweise wesentlich über den hier angegebenen Messergebnissen der Studie liegen.

Trotzdem zeigt die Abbildung 1 eine grosse Überschreitung im CO2-Bereich. Bei mehr als 13% der durchgeführten Messungen lag der CO2-Pegel am Ende der Schullektion über 2000 ppm, welches gemäss der Norm SIA 180 für CO2-Konzentrationen in Aufenthaltsräumen der obere Grenzwert ist.

Ein rascher Anstieg der CO2-Konzentration in der Raumluft ist die typische Folge der Anwesenheit vieler Personen in relativ kleinen Räumen bei geringem Luftwechsel. Steigt die Konzentration von Kohlendioxid in einem Zimmer an, werden wir müde und unsere Konzentration leidet. Steigt der Kohlendioxidgehalt noch weiter an kommt es zu Sehstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen.

Auswertungen von über 100 Schulklassen im Zeitraum von November 2016 bis Mai 2017

Die Abbildung 2 zeigt, dass bei einem Viertel der Messungen die relative Feuchte unter 30%, liegt, was bei einigen Personen bereits zu gesundheitlichen Problemen führen kann, wie z.B. Austrocknungen der Atemwegsschleimhäute, wodurch dann Staub, Schmutz und Krankheitserreger nicht mehr schnell genug aus den Atemwegen abtransportiert werden können. Durch ihre längere Verweildauer im Atemtrakt steigt somit die Gefahr von Atemwegserkrankungen. Typische Folgen von diesem Prozess sind Husten, Bronchitis, Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen.

Die Abbildung 3 zeigt, dass die Temperaturen in Grad Celsius bis auf ein paar wenige Ausnahmen in einem akzeptablen Bereich lagen.

Schulaward Luftsprung

Im November 2017 startet eine Kampagne mit dem Schulaward „LUFTSPRUNG“, bei welchem auf www.meineRaumluft.ch die Teilnahmeflyer in beliebiger Anzahl von den Lehrerinnen und Lehrer bestellt werden können.

Es winken attraktive Preise für die Gewinnerklasse und die einzelnen Schülerinnen und Schüler.

Mitmachen lohnt sich!

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